Cranger Kirmes 2026: Millionen-Andrang, Hitze-Delle und ein abgesagtes Feuerwerk
Größtes Volksfest in NRW: Crange bleibt der Publikumsmagnet am Rhein-Herne-Kanal
Die Cranger Kirmes 2026 endete am Sonntag um Mitternacht. Bis zum Abend besuchten rund 3,9 Millionen Gäste das größte Volksfest in Nordrhein-Westfalen. Überschattet wurde das Finale von einer Entscheidung aus Sicherheitsgründen: Das für Sonntagabend geplante Höhenfeuerwerk musste wegen anhaltender Trockenheit und erhöhter Brandgefahr abgesagt werden.
Veranstalter ziehen positive Bilanz nach elf Kirmestagen
Die Veranstalter bewerteten die Cranger Kirmes am Sonntagmittag als sehr schön und familiär; elf Tage lang habe eine Atmosphäre mit Urlaubsgefühl und gutem Besuch geherrscht. Kirmesdezernent Frank Burbulla erklärte, es sei ein fröhliches und friedliches Volksfest gewesen.
Hitze sorgt für Einbruch – Wochenende bringt den Ausgleich
Dass das Volksfest am Rhein-Herne-Kanal ein Zuschauermagnet bleibt, zeigten vor allem die letzten beiden Tage. Die extreme Hitze am Donnerstag und Freitag habe zwar für eine kleine Delle und einen Umsatzeinbruch vor allem bei den Imbissbetrieben gesorgt, erklärte Patrick Arens, Präsident des Bundesverbandes für Schausteller und Marktkaufleute. Der Samstag mit rund einer halben Million Gästen und der sehr gut besuchte Sonntag hätten die Schausteller jedoch entschädigt.
Burbulla dankte den Anwohnenden, die viel Verständnis aufgebracht und ihre Kirmes einfach mitgefeiert hätten. Besonders in Erinnerung geblieben seien ihm die stehenden Ovationen für die Feuerwehr beim Ehrenamtsabend im Festzelt, die bewegende Solidarisierung, die fitten Besucherinnen und Besucher beim Seniorennachmittag sowie das neue Konzept des Pferdemarktes. Auch die Sonnenfinsternis habe ihn beeindruckt; damit habe sich sogar der Mond von Wanne-Eickel dem galaktischen Motto angeschlossen.
Cranger Kirmes 2027: Späterer Start an Wochentagen wird geprüft
Für die Cranger Kirmes 2027 vom 5. bis 15. August kündigte Burbulla eine intensive Prüfung des Kirmesbeginns an den Wochentagen an. Man stehe im engen Austausch mit den Schaustellern, den Start von montags bis donnerstags auf 14:00 Uhr zu verschieben. Dies sei sowohl der Mittagshitze als auch dem Arbeitsschutz geschuldet.
Ebenfalls im Gespräch ist für das kommende Jahr eine engere Kooperation mit der Rheinkirmes in Düsseldorf. Burbulla erklärte, der Oberbürgermeister stehe im Austausch mit seinem Düsseldorfer Amtskollegen. Eventuell könne wieder ein Mottowagen von Jacques Tilly den Kirmesumzug bereichern.
Wasserduschen und Sprühnebel gegen die Hitze
Kirmes-Chef Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung in Herne, sah in den elf Tagen keine organisatorischen Probleme. Bei den 51 Fahrgeschäften wollte er keine Hitliste aufstellen, sagte aber, die Neuheiten seien gut angenommen worden. Er bedankte sich bei den Schaustellern, die sich vehement gegen die Hitze gestemmt hätten – unter anderem mit Wasserduschen und Sprühnebel für die Besucherinnen und Besucher.
Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz melden entspannte Lage
Polizei, Feuerwehr und DRK zogen am Sonntagmittag eine positive Zwischenbilanz. Bis Sonntagmittag um 12:00 Uhr kam es zu 140 Polizeieinsätzen. Polizeiführer Andreas Derks bewertete diese Zahl angesichts von rund 3,5 Millionen Besuchern in den ersten zehn Tagen als mehr als überschaubar. Auch die Verkehrslage rund um den Kirmesplatz sei extrem entspannt gewesen; für die Verkehrslenkung habe bis Sonntagmittag keine einzige Straße gesperrt werden müssen.
Die Feuerwehr fuhr an den bisherigen zehn Tagen 32 Rettungseinsätze und leistete 28-mal Erste Hilfe. Christian Märkert, Chef der Berufsfeuerwehr Herne, lobte die Ehrenamtlichen des DRK, die vor allem bei der Erstversorgung unterstützt hätten. Benedikt Harting, Wachleiter des Deutschen Roten Kreuzes, bilanzierte rund 600 Einsätze, zumeist wegen Kreislaufschwäche, und sprach von einer entspannten Kirmes.
Schausteller trotz Wetterextremen zufrieden
Die Schausteller wollten die positive Bilanz der Veranstalter und Hilfskräfte nicht schmälern. Arens erklärte, extremes Wetter – ob starke Niederschläge oder 40 Grad Hitze – schade der Branche immer. Trotz der Umsatzeinbußen durch die hohen Temperaturen sei man zufrieden.
Das Besondere an den vergangenen Tagen sei für Arens gewesen, dass Crange zwar eine galaktische Kirmes gewesen sei, im Herzen aber eine Dorfkirmes für ganz NRW bleibe. Auf dem Platz zeigten alle Herz: die Besucherinnen und Besucher, der Veranstalter und die Schausteller. Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schausteller-Bundes, betonte ebenfalls das gute Miteinander vor und hinter den Kulissen. Crange sei und bleibe für ihn die Mutter aller Volksfeste mit einem besonders starken Wir-Gefühl.
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